Vorsicht bei Teebaumöl und co.!

Vorsicht bei Teebaumöl und co.!

In der heutigen konsumorientierten und technisierten, schnelllebigen Zeit stehen viele Menschen dem Einsatz von „chemischen Stoffen“ und Medikamenten skeptisch gegenüber.

Immer wieder greifen auch Tierbesitzer nach angeblich wirksamen und gut verträglichen „Naturprodukten“.

Leider vertragen vor allem Katzen diese Mittel nicht immer so problemlos, wie das beim Verkauf versprochen wird. Ein weit verbreitetes Beispiel ist der Einsatz von Teebaumöl am Tier gegen und für so ziemlich alles, von der Pflege bis zur Parasitenabwehr. Teebaumöl ist durch seinen hohen Anteil an Terpenen und Phenolen für Katzen hochtoxisch. Wenige Tropfen, die über die Haut oder den Magen-Darm-Kanal aufgenommen werden, können starke Vergiftungserscheinungen (Taumeln, Zittern, Unruhe, Schwäche Ataxien etc.) auslösen. Todesfälle sollen beobachtet worden sein.

Es ist sicher, dass viele ätherische Öle (z.B. Thymian-, Oregano-, Zimtöl) für Katzen toxisch sind. Katzen fehlt die Fähigkeit zur Glucuronidierung (Verstoffwechselung), dadurch erfolgt nur eine sehr langsame Ausscheidung. Besonders bei täglicher Anwendung können sich Inhaltsstoffe im Körper der Katze ansammeln, so dass es zur Vergiftung kommt. Lavendel enthält z.B. Terpinen-4-ol (3-5%) und weitere ätherische Bestandteile wie z.B. 1,8-Cineol, welches in höherer Konzentration als stark reizend für Haut- und Schleimhäute bekannt ist.

Alkoholische Auszüge können möglicherweise sehr viel schneller und stärker die Haut penetrieren und bei oraler Aufnahme zusätzlich ihre Alkoholtoxizität entfalten.

Viele „Naturprodukte“ weisen zudem einen sogar für unsere Nase extrem intensiven Geruch auf, durch den allein Hunde und Katzen aufgrund ihres extrem gut ausgebildeten Geruchssinn gestresst werden. Sie versuchen dann durch intensives putzen, die Geruchsquelle zu beseitigen und nehmen so die oft nur für die äußere Anwendung gedachten Lösungen auf.
Immer wieder werden uns so vergiftete Tiere in den Tierarztpraxen vorgestellt.

Denken Sie immer daran: Tierarzneimittel werden in aufwendigen Verfahren auf Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft.
Sogenannte „Tierpflegeprodukte“, als welche die meisten „Naturmittel“ angepriesen werden, unterliegen einer solchen Zulassungspflicht nicht!

(Artikel wurde verfasst von Dr. Ulrike Marquart, Laufenburg)